Arbeitszimmer Dr. Göttlich

Der Mensch als ganzheitliches Wesen

In der Therapie geht es immer um das subjektive,
gemeinsam mit dem Patienten zu erarbeitende
Verständnis, wie er zu dem wurde, der er ist.

Philosophie


Ich habe meine Ausbildung
am Institut für Psychotherapie,
medizinische Psychologie und
Psychosomatik der Julius-
Maximilians-Universität in
Würzburg unter der Leitung
von Prof. Dr. med. Dieter Wyss
absolviert und fühle mich dem
Gedankengut der anthropolo-
gisch-integrativen und daseins-
analytischen Medizin, Psychologie
und Psychotherapie verpflichtet.

Ich habe meine Ausbildung am Institut für Psychotherapie, medizinische Psychologie und Psychosomatik der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dieter Wyss absolviert und fühle mich dem Gedankengut der anthropologisch-integrativen und daseinsanalytischen Medizin, Psychologie und Psychotherapie verpflichtet.

So stehen z. B. aus heutiger Sicht die Wechselwirkungen zwischen Struktur und Konflikt im Mittelpunkt der Betrachtung. Nach Gerd Rudolf (zit.) ist “das konfliktneurotische Geschehen charakterisiert durch die blockierte Eigenaktivität und daraus abgeleitete pathogene Überzeugungen und dysfunktionale Verhaltensbereitschaften, während der Akzent der strukturellen Beeinträchtigung auf der eingeschränkten Verfügbarkeit über jene Funktionen liegt, die zur Regulation des Selbst und seiner Beziehungen erforderlich sind.”
(G. RUDOLF, Strukturbezogene Psychotherapie, Schattauer 2006, S. 49)

Im Spannungsfeld eines zunehmend ökonomisch ausgerichteten Gesundheitswesens sehe ich es als besondere Herausforderung, inmitten aller Bestrebungen nach leitlinienorientierten, störungspezifischen, quantifizierbar-meßbaren Behandlungsansätzen die individuelle subjektbezogene Sichtweise zu bewahren. “Nicht das, was allen Menschen gemeinsam ist, gilt es zu bestimmen, sondern das Individuum, der Einzelne steht im Mittelpunkt des Interesses, denn diesem geht es um sich selbst in seiner Einmaligkeit, Unvergleichlichkeit und Unverwechselbarkeit.”
(MADER, Einführung in die Philosophie 2005, S. 334)

Diese versteht sich als phänomenologische und personalistische Psychologie und ist eng mit den philosophischen Gedanken von Heidegger, Husserl, Binswanger, Jaspers und Sartre verbunden. Leib und Seele werden nicht als getrennte Einheiten betrachtet, sondern der Mensch als ganzheitliches Wesen in seinen Grundstrukturen Raum, Zeit, Leib und Leistung. Als grundsätzlich handelndes und erleidendes Wesen ist der Kranke nie nur Objekt in der Betrachtung des Arztes, sondern stets auch Subjekt in der Ausgestaltung seiner Lebensvollzüge und der Ausgestaltung seiner Krankheitsbezüge. Arzt und Patient begegnen sich dabei als Partner in der Erkundung, Erklärung, Auslegung und Sinngebung der individuellen Krankheitsprozesse und der subjektiven Krankheitskonzepte.

Das Verdienst von Prof. Wyss war es nicht nur, diese rational-geisteswissenschaftlichen Konzepte mit Leben zu füllen und durch sein Vorbild anschaulich zu vermitteln, sondern durch seinen schulenübergreifenden, integrativen Ansatz jene Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Therapieansätzen und -richtungen mitzugeben, die es uns als lebenslang Studierenden ermöglichte, offen zu sein für künftige Entwicklungen unseres Fachgebiets und der sogenannten Nachbarsdisziplinen.